Up Dies Academicus - Fachtagung "Psychotherapie & Beichte" Slideshow

 Eine Zusammenarbeit zwischen Psychotherapeuten und Seelsorgern zum Wohle der Menschen ist nicht nur möglich, sondern erwünschenswert

 Ein Mensch ist ein dreifaltiges Wesen, in welchem Körper, Seele und Geist miteinander verflochten sind.   Deswegen wird ein geistesgestörter Mensch selten seelisch (emotionell) stabil und ausgeglichen bleiben.   Genauso wird ein emotionell stark geschädigter Mensch ohne seelsorgerische Pflege früher oder später auch geisteskrank.

 Deswegen heißt es nicht entweder Psychotherapie oder Beichte, der gestörte Mensch wird in den meisten Fällen beides brauchen:  sowohl einen Arzt als auch einen Priester.    Da es nicht den Patienten zuzumuten ist zu wissen, wann und welchen der beiden er braucht, sollen diese bei Bedarf den hilfebedürftigen Menschen jeweils zum anderen schicken.

 Dafür müssen sie freilich ihre eigenen Grenzen kennen und die andere Seite respektieren.   Ein ehrlicher Arzt wird einsehen, dass er einem mit Sinnfragen okkupierten oder mit objektiver Schuld beladenen Menschen nicht weiterhelfen kann und wird nicht versuchen, in Weltanschauungsfragen hineinzupfuschen.   Ein vernünftiger Priester wird einen psychisch Kranken nicht therapieren und wird ihn an den Arzt seines Vertrauens weiterleiten.

 Seit dem ersten RPP Kongress 2007 hat sich viel getan.   Die psycho-wissenschaftlichen und theologische "Kontrahenten" scheinen langsam ihre Vorurteile abzubauen.   Das gegenseitige Interesse wächst.   Einen Hinweis dafür liefert der 'Run' zur dieser Tagung (es gab 3 mal so viele Anfragen wie Plätze), sowie die Tatsache, dass eine Vielzahl der Teilnehmer aus dem ersteren "Lager" nach Heiligenkreuz kam.

 In der theologischen Ausbildung wird der Psychologie immer mehr Gewicht eingeräumt.   Bleibt zu hoffen, dass auch im Medizinstudium, bzw. der Ausbildung zum Psychotherapeuten, ein Fach angeboten wird, in welchem der Mensch als ganzheitliches Wesen betrachtet und über seine emotionellen Strukturen und Prozesse gelehrt wird.   Dabei sollten die Erfahrungen aus Jahrtausenden kirchlicher Seelsorge berücksichtigt werden.   Auch ein Fach "Religionsethik" wäre in diesem Zusammenhang sehr angebracht.
 

  Heiligenkreuz, 16.10.2010

"Psychotherapie und Beichte"

 Bei der Fachtagung des Instituts "Religion in Psychiatrie & Psychotherapie" präsentierten renommierte Fachkräfte ihre Sichtweise zu psychischer Heilung und seelischem Heil

 Eine dogmatische Einführung zur Beichte gab Prof.Dr.P.Karl Wallner, Rektor des Mitorganisators, der Theol. FHS Heiligenkreuz:  der Kern der christlichen Religion sei der Glaube, dass Gott von sich her die Kluft zwischen Seiner Unendlichkeit und unserer Endlichkeit in Seiner Menschwerdung überschritten habe.   Auch die Kluft zwischen Seiner Güte und unserer Sündhaftigkeit habe Er durch Seinen Tod am Kreuz überbrückt.

 Mit der Taufe nehmen wir Christi Opfer an und werden durch sie von unseren und den Sünden unserer Vorfahren gereinigt und geheiligt.   Die Freiheit -auch zu sündigen- ist geblieben.    Aus dem Bedarf an der Wieder-Gutmachung und -versöhnung entstand in den ersten Jahrhunderten der Kirche die Beichtpraxis.

 Auch wenn es seit damals immer wieder kurze Zeitspannen gab, in welchen die Beichte als unmodern galt, "ist sie bis heute nicht 'out', das sehen wir bei der Jugendvigil, wenn vier Priester bis Mitternacht die Beichte hören müssen, weil so viele Jugendliche diese Form der seelischen Hygiene nützen wollen", so P.Wallner.

 In seiner Begrüßungsrede wünschte sich der Gastgeber, der Abt des Stiftes Heiligenkreuz Gregor Henckel Donnersmarck, dass diese Tagung zur klaren Grenzziehung und Aufgabenteilung zwischen Psychotherapie und Seelsorge, aber auch zur Synergie der beiden, beitrage.  

 Er hält die Annäherung der Psychowissenschaften und der Theologie für sehr wichtig.   Denn nach dem Abgang der marxistischen Ideologie gäbe es nur einen Geist, und das ist der Sigmund Freuds, der diese säkulare Zeit entscheidend dominiere, deren negative Ausschweifungen von absurden Psychoideen bis zur Esoterik das Verständnis des Glaubens und der Kirche unterspülten.

 Um es nicht bei der Theorie zu belassen, boten die Zisterzienser die Möglichkeit, beim "archetypischen" Mönch P.Reynald zur Beichte zu gehen, was nicht wenige der über 300 Tagungsteilnehmer auch in Anspruch nahmen.

 Die Beiträge der renommierten Referenten können Sie auf kath.tube anhören:

  • "Was ist Psychotherapie?", Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. MICHAEL LINDEN (Vita, Vortrag)
  • "Was ist die Beichte?", Msgr. Dr. iur. LEO M. MAASBURG, MA (Vita, Vortrag)
  • "Wen schickt der Beichtvater zum Psychiater?", Prof. P. Dr. theol. BERNHARD VO?ICKY OCist (Vita, Vortrag)
  • "Psychologie der Beichte", Univ.-Doz. Dr. med. Dr. scient. RAPHAEL M. BONELLI (Vita, Vortrag)
  • "Nur im Absoluten gibt es Absolution. Zur Unterscheidung von Psychotherapie und Seelsorge", Univ.-Prof. Dr. phil. Dr. theol. hc. HANNA BARBARA GERL-FALKOVITZ (Vita, Vortrag)

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4_Bonelli
5_Gerl-Falkovitz
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